Erläuterungen

der Termine

Am 25. Januar feiern viele Kinder der Oberlausitz die Vogelhochzeit. An diesem Tag hat sich die Elster mit dem Raben vermählt. Laut der Sage, stellen die Kinder am Vorabend Teller ins freie. Die Vögel füllen die Teller dann mit Geschenken ihrer Hochzeit, wie zum Beispiel mit Nüsse, Äpfel, Süßigkeiten oder gebackene Figuren. Die Vögel bedanken sich damit für das Futter, welches sie im Winter bekommen haben.

Am Faschingsdienstag, oder auch Fastnachtsbetteln genannt, ziehen verkleidete Kinder von Tür zu Tür und siegen ein Lied oder sagen einen Spruch auf. In Ihren kleinen Sack bekommen sie alles, was man ihnen reicht. Sie bedanken sich und ziehen zur nächsten Tür weiter.

Das Osterschießen ist ein Brauch der Oberlausitz, welcher in der Nacht vom Ostersamstag zum Ostersonntag stattfindet. Bis zum Glockengeläut am Ostersonntag sind die Böllerschüsse aus den blechernen Milchkannen weithin zu hören.

Das Osterreiten ist von den Sorben und katholischen Christen ein gemeinsamer Brauch. Am frühen Ostersonntagmorgen treffen sich die Reiter. Sie sind gekleidet mit schwarzen Gehröcken und Zylindern, auch ihre Pferde sind prächtig mit Bändern oder Myrte geschmückt. Bevor die Prozession beginnt, gibt der Pfarrer den Reitern den Segen. Der Aussegnungsort wird dreimal umritten, dabei werden von den Reitern alte sorbische Choräle gesungen, dann geht es übers Land um die Auferstehung Jesus Christi zu verkünden.

Am Abend des 30. April wird in vielen Gemeinden der Maibaum gesetzt. Er wird meistens auf einem Festplatz, vor dem Rathaus oder Gemeindeamt gestellt. Die Jugend des Ortes schmücken diesen Stamm und den daran gebundenen Kranz. Da die Jungs aus den Nachbardörfern den Maibaum gern stehlen, muss er die ganze Nacht von der Jugend bewacht werden, sonst wäre es eine große Schande für den ganzen Ort. Während der Maibaum bewacht wird, brennt das große Hexenfeuer. Mit dieser Sage werden die bösen Hexen, die mit dem Teufel im Bund stehen, vertrieben. In der Dämmerung zieht ein Fackelzug zum Holzhaufen, der mit den Fackeln angezündet wird.

Am Pfingstsonntag oder -montag gibt es in der Oberlausitz in vielen Ortschaften das Pfingstsingen. Dabei werden von Chören und Instrumentalgruppen alte Volksweisen und besinnliche Kunstlieder vorgetragen. Der Frühling wird freudig begrüsst.